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Karwendel August 2019

Weiterbildung: Nacht- und Landschaftsfotografie im Karwendel

 

Fotografieren bedeutet auch lebenslanges Lernen. Es gibt viele, höchst unterschiedliche Genres wie beispielsweise Portrait-, Landschafts- und Makrofotografie. Dabei kommen jeweils verschiedene Objektive zum Einsatz, es werden verschiedene Aufnahmetechniken angewandt und der Fotograf oder die Fotografin muss sich neuen Herausforderungen stellen. Das macht das Fotografieren so spannend und abwechslungsreich – man ist nie „fertig“. Es geht immer noch ein bisschen besser, noch etwas anders. Ganz abgesehen vom Thema Bildbearbeitung, das unendliche Möglichkeiten der Interpretation eines Fotos bietet.   

 

Da ich das Meer liebe, bin ich naturgemäß hauptsächlich an der Nordsee-Küste und auf Helgoland unterwegs. Zum Ausbau meiner eigenen fotografischen Fähigkeiten – siehe Einstieg in diesen Bericht – hatte ich mir für 2019 Weiterbildung auf die Fahne geschrieben. Der Fokus sollte auf dabei auf der Landschaftsfotografie liegen. Am besten lernt man dabei von Naturfotografen, die ähnlich „ticken“. Meine Wahl fiel schnell auf den mehrtägigen Kurs „Nacht- und Landschafts-fotografie im Karwendel“ mit dem renommierten GDT-Fotografen Stefan Imig.

 

Nachtfotografie hat mich seit langem gereizt, in den Bergen war ich ewig nicht mehr und Optimierung meiner Landschaftsfotos stand auch auf dem Programm – also perfekt! Einmal quer durch Deutschland mit der Bahn gefahren… und am Zielort in Krün angekommen, habe ich mich sofort wohl gefühlt: gut 850 Meter höher gelegen als Cuxhaven, in einem breiten Tal umgeben von mehreren Gebirgsformationen zwischen 1.500 und 2.300 Metern. Eine wunderschöne Landschaft und dazu noch bestes Spätsommerwetter. Bis zum Start des Workshops hatte ich mir anderthalb Tage zur freien Verfügung gegönnt, um die Umgebung selbst ein wenig zu erkunden.    

 

Unsere kleine, feine Truppe von begeisterten Naturfotografen lernte während des hervorragend organisierten und vorbereiteten Workshops zahlreiche Locations kennen – eine so interessant und spektakulär wie die andere. Um nur einige zu nennen: Partnachklamm, Geroldsee, Kuhfluchtfälle, Eibsee, Ahornboden. Das Wetter spielte nicht immer mit (unfreiwilliger, aber wichtiger Materialtest!), insgesamt hatten wir jedoch meist gute Bedingungen für die Landschaftsfotografie. Das Fachsimpeln mit den anderen Teilnehmenden sowie der Austausch von Objektiven und Zubehör sind ganz elementare Bestandteile eines Fotoworkshops und äußerst wertvoll. Dazu gehören auch konstruktive Bildbesprechungen und die Vermittlung von Theoriewissen, das man anschließend gleich für sich selbst ausprobieren kann.

 

Höhepunkte waren für mich zweifelsohne die nächtlichen Fotosessions und das Fotografieren der Milchstraße. Die Region um Krün bietet dafür beste Voraussetzungen, wenn der Nachthimmel klar ist. Ich war erstaunt, mit welch relativ geringem Aufwand bereits akzeptable Aufnahmen der Milchstraße gelingen, wenn man weiß, wie es geht. Es ist faszinierend und ein erhebendes Gefühl, auf dem Display und später am Bildschirm, einen Blick ins Universum, einen Moment Unendlichkeit für sich verewigt zu haben. So bin ich nach gut einer Woche „Bildungsurlaub“ mit ganz vielen Eindrücken, positiven Erlebnissen, neuem Fotowissen und einigen fantastischen Aufnahmen rundum zufrieden zurück an die Nordsee auf 0 Meter Höhe gefahren.