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Schwarzwald November 2019

Weiterbildung Teil 2: Landschaftsfotografie im Schwarzwald

 

Der Schwarzwald ist sicher eine der reizvollsten Landschaften in Deutschland. Abseits von Kuckucksuhr, Bollenhut und Kirschtorte gibt es viel zu entdecken – und noch mehr zu fotografieren. Damit man den Wald vor lauter Bäumen doch sieht, macht man das mit jemandem, der sich bestens auskennt und enorme Erfahrung in der Landschaftsfotografie hat. Aus diesem Grund nahm ich am Workshop „Herbstwald und Wasserfälle“ von Hans-Peter Schaub teil, seines Zeichens langjähriger Chefredakteur der renommierten Fachzeitschrift „NaturFoto“. 

 

Ein Fotoworkshop Anfang November? Eventuell Dauerregen und nasskalt... und dann noch durch die Gegend wandern mit der Fotoausrüstung auf dem Rücken? Ja, denn wer gute Fotos in der Natur machen möchte, muss ein paar Opfer bringen. Letztlich war der Wettergott einigermaßen gnädig und wozu hat man seinen Regenschutz und die Outdoor-Bekleidung, wenn sie nicht bei entsprechenden Bedingungen eingesetzt werden können!       

 

Ganz bewusst hat der Workshop-Leiter eben diese Jahreszeit gewählt, weil durch die Nässe auf den Felsen, auf den Blättern, auf den Farnen die wunderbaren Herbstfarben erst so richtig zur Geltung kommen. Wir haben nur wenige Locations im Nordschwarzwald besucht, dafür hatten wir viel Zeit am jeweiligen Ort zum Fotografieren und Ausprobieren. Stativ, Polfilter, ND-Filter, verschiedene Objektive – alles kam zum Einsatz. Ich persönlich lerne viel schneller, wenn mir jemand zeigt, wie etwas gehandhabt wird und welche Einstellungen man am besten vornimmt, um bestimmte Bildergebnisse zu erzielen. Anschließend probiere ich es selbst aus und verinnerliche so das Gelernte effektiver und mit mehr Freude.   

 

Nach zwei Tagen intensiven Fotografierens im besagten „Herbstwald“ sowie an den Gottschläg- und Allerheiligen-Wasserfällen stand zum Abschluss eine ausgiebige Bildbesprechung auf dem Programm. Dies ist ein essenzieller Bestandteil eines Fotoworkshops, da konstruktives Feedback zu den eigenen Bildern sowie das Betrachten der Fotos der anderen Teilnehmenden aus meiner Sicht erheblich zur eigenen fotografischen Entwicklung beitragen. Und es ist jedes Mal überraschend, welch unterschiedliche Aufnahmen an ein und demselben Ort von mehreren Personen gemacht werden. Man erhält auf diese Weise weitere wertvolle Inspiration.     

 

Mein Fokus bei diesem Workshop lag auf Langzeitbelichtungen an den Wasserfällen, dem Entdecken kleiner Details, beispielsweise von Pilzen am Wegesrand, und der ICM-Aufnahmetechnik. ICM bedeutet „in camera movement“ und wird auf Deutsch meist als „Wischtechnik“ bezeichnet. Dabei bewegt man bei längerer Belichtungszeit die Kamera schnell in verschiedene Richtungen oder dreht rasch am Zoom-Objektiv. Das Ergebnis ist nicht wirklich planbar und der Kreativität sind keinerlei Grenzen gesetzt. Die Fotos erhalten oftmals einen impressionistischen Touch, manchmal sind sie abstrakt – ich bin davon total begeistert! Insgesamt war es toller und erfolgreicher Workshop bei allzeit bester Stimmung in der Gruppe.